Fundraising: Was ist das?

Fundraisingein sperriger Begriff für eine tolle Sache! 

Der Begriff „Fundraising“ führt häufig zu fragenden Blicken, wenn nicht sogar zu ablehnendem Kopfschütteln: „Wieder so etwas Neumodisches aus Amerika. Wie wird das überhaupt ausgesprochen? Und gibt´s denn da kein deutsches Wort dafür?“, diesen Fragen sehen sich Fundraiser/innen immer wieder ausgesetzt, - und dies zu Recht.

Um die letzte Frage zuerst zu klären: Nein, es gibt leider keinen adäquaten deutschen Begriff dafür. Spendenakquise ist zu kurz gegriffen. „Nachhaltige, spenderbezogene Beziehungspflege“ würde es annähernd treffen, aber eine gelungene semantische Verbesserung ist das nicht.

Und tatsächlich: Fundraising erreicht uns aus den USA, wo es seit langer Zeit einen festen Platz im öffentlichen Leben eingenommen hat. Viele Verbände, Schulen und Universitäten könnten dort ohne diese Art des Spendensammelns nicht mehr existieren. Das Wort beinhaltet drei Begriffe. Sie zeigen die Idee, die hinter dieser Möglichkeit des Spendenwerbens steht:

funds    = die Geldmittel
fun        = Spaß/Freude
to raise = etwas wachsen lassen

Fundraising zielt darauf ab, langfristige Beziehungen zu (potenziellen) Spendern aufzubauen. Nicht der „schnelle Euro“ in die Sammelbüchse, die anonyme Überweisung oder die einmalige Sachspende ist das Ziel der Fundraiserin, sondern ein zukunftsorientierter, fester Kontakt zu nicht ausschließlich finanziell interessanten Personen. Diese Beziehungen wachsen häufig langsam. Sie müssen behutsam aufgebaut werden. Nicht der monetäre Aspekt steht im Vordergrund der Beziehung zwischen Spender und Institution, sondern der Kontakt zueinander. Ohne menschliche Potentiale auch kein Kapital. Dieses Miteinander soll Freude bereiten, so wie es auf der Basis dieses Miteinanders Freude bereiten soll, Geldmittel zur Verfügung zu stellen.

Im Mittelpunkt dieses Prinzips steht die informative und vertrauensvolle Beziehung zu unseren Förderern und Spendern. Nicht die Spende steht im Zentrum, sondern der Spender/die Spenderin.

Fundraising wendet sich gegen den „Bettelaspekt“. Der Gestaltungsaspekt des Gebens und Nehmens wird hervorgehoben. Spenden ist gestalten. Nehmer und Geber profitieren also gegenseitig voneinander.

Geben und Schenken gehört zum Menschsein. Menschen geben gerne. Und sie geben sehr bewusst. Erfreulicherweise gelingt es zunehmend, Menschen zu gewinnen, die nicht zur evangelischen Kerngemeinde gehören, also zum Beispiel zunächst einmal nicht regelmäßig unsere Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen.

Die persönliche Motivation der Spender/innen kann dabei sehr unterschiedlich sein:

  • Die eigene Biographie
  • Soziales Verantwortungsgefühl für andere Menschen
  • Das Lebensgefühl: „Es ist schön ein guter Mensch zu sein.“
  • Zu wenig Zeit zu eigenem sozialem Engagement
  • Dankbarkeit

Hier setzt die Beziehungsarbeit der Fundraiserin an, die auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Gebers eingehen kann.

Fundraising macht viele Dinge möglich. Beziehungspflege und Spenderkontakt sind hier die zentralen Begriffe. Konkret heißt das, dass die Fundraiserin die 11 Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk dabei unterstützt, auf ganz unterschiedliche Weise Geld-  und Sachspenden einzuwerben, ehrenamtliche Helfer zu finden, Wissen zu schöpfen oder Kontakte herzustellen. So können zum Beispiel Kirchen und Gemeindehäuser erhalten werden, die Jugendarbeit weiterlaufen oder neue Projekte starten.

 

Kontakt:

Stefanie Finzel
Referentin für Fundraising
Kapuzinerstraße 4
92318 Neumarkt i.d.OPf.
Tel: 09181/46256-113
Mobil: 0171/1723491
E-Mail: stefanie.finzel@elkb.de