Dekanate gedenken der Reichspogromnacht 1938

Katholisches und evangelisches Dekanat laden am Mittwoch, 6.11.2019, um 18:30 Uhr gemeinsam in die Neumarkter Hofkirche zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst ein, der unter dem Motto "Mein Gott war Jude" steht. 

Jedes Jahr im November gedenken die beiden Kirchen in Neumarkt der Opfer des Nationalsozialismus. "Den Gottesdienst feiern wir,", sagt Dekanatsreferent Christian Schrödl, "weil wir uns als Christen immer wieder unsere Herkunft und unsere Wurzeln im Judentum bewusst machen wollen." Ein Christ könne nicht gleichzeitig Antisemit sein, betont Pfarrer Stefan Wingen von der Neumarkter Hofkirche, der die Andacht zusammen mit der evangelischen Christiane Murner leitet. Auch die Kirchen hätten in der Zeit des NS-Regimes versagt, hebt Murner hervor. "Wir Christen von heute stehen daher in einer besonderen Verantwortung", so die evangelische Dekanin. Nach dem Anschlag von Halle wolle man aber "nicht einfach nur Resolutionen verfassen, sondern in Gebet und Gottesdienst klagen, hören sich immer wieder neu vergewissern", betont Schrödl. Die Gläubigen sind eingeladen, auch ein Zeichen gegen den aktuellen Antisemitismus zu setzen, erklären die Veranstalter.

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