Christen sprachen in Moschee über Gottesverständnis
Das Interreligiöse Forum Neumarkt hatte eingeladen — Theologisches per Powerpoint-Präsentation dargestellt
NEUMARKT — In der Moschee in der Regensburger Straße wurde der fünfte Christlich-Islamische Dialog des Interreligiösen Forums Neumarkt abgehalten. Das Thema lautete diesmal: „Das christliche Gottesverständnis“.
Das Interreligiöse Forum Neumarkt ist eine Institution, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die verschiedenen Religionen, die im Landkreis vertreten sind, zusammenzuführen und deren Verständnis über- und füreinander zu stärken. Dazu laden immer abwechselnd die katholische Kirche, die evangelische Kirche und die muslimische Gemeinde die jeweiligen Vertreter ein.
Dies scheint ein wichtiger Anschlusspunkt, damit sich die doch sehr verschiedenen Kulturen und deren Weltanschauungen näher kommen.
Ausgiebig diskutiert
Nach der Begrüßung durch Mehmet Altug stellten Dekan Monsignore Richard Distler und Dekan Norbert Dennerlein gemeinsam das christliche Gottesverständnis vor. Schnell entwickelte sich eine wortreiche Diskussion. Dekan Dennerlein führte zunächst mit einer Verdeutlichung der christlichen Vorstellung Gottes ein. Dazu stellte er fest, dass es Jesu Bestreben gewesen sei, Gott alleine die ungeteilte Aufmerksamkeit der Menschen zukommen zu lassen, damit ihm die Ehre zuteil wird, die ihm zusteht. Somit sei dies auch das Bestreben aller Christen.
Der Veranschaulichung zu Liebe brachte Dekan Distler den muslimischen Anwesenden die Inkarnation, also die Menschwerdung Gottes, mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation nahe. Gott habe den Menschen nämlich nicht nur sein Wort gegeben, sondern sei auch durch sein Wesen und sein Tun in Christus bei ihnen. Jesus wird aus christlicher Sicht sowohl als wahrer Mensch, als auch als Gott selbst gesehen. Nach einigen Erklärungen ist es dem Interreligiösen Forum Neumarkt gelungen, am Ende doch die gleiche Sprache zu sprechen. sipo

Neumarkter Nachrichten vom 02.12.2011 - S. L02