Evang.-Luth. Dekanatsbezirk Neumarkt i.d.OPf.

„Sterntaler“ sollen Jugendliche erfreuen
Bürgerhaus und Diakonie starten Weihnachtsaktion für bedürftige Teenager im Landkreis


Weihnachten ist für viele auch das Fest der Geschenke. Doch wie fühlt es sich an, wenn man nichts oder nur sehr wenig bekommt, weil die Eltern nicht genug Geld haben? Eine Vorstellung, die für zahlreiche Jugendliche im Landkreis Wirklich­keit ist. Damit sie auf jeden Fall einen Wunsch zu Weihnachten erfüllt bekommen, startet die Bürgerstiftung Neu­markt mit der Diakonie nun eine Aktion.

NEUMARKT — „Stern­taler“ heißt das Projekt.
Dahinter verbirgt sich ein wohldurchdachtes Konzept. Denn während oft Geschenkaktionen für kleine Kinder organi­siert werden, gehen Teen­ager leer aus. „Wir haben uns bewusst für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren entschie­den“, sagt Vera Finn von der Bürgerstiftung.
Jeder Bürger — aber auch Schulklas­sen oder Firmen — kann für diese Altersgruppe ein Päckchen packen.
In der Tourist-Information in Neu­markt und im Bürgerhaus liegen „Sterne“ aus. Das sind kleine Karten, deren Vorderseite ein Stern mit einer Nummer ziert. „Die Nummern wer­den hernach dem jeweiligen Jugendli­chen zugeordnet“, erklärt Finn. Denn die Aktion ist anonym. Lediglich das Geschlecht des Beschenkten wird ver­raten.
Die betroffenen Jugendlichen wur­den vor Wochen durch den Neumark­ter Leb-mit-Laden ermittelt. Denn: Die Teenager durften im Vorfeld
ihren Wunsch mehr oder weniger äußern.
Im Inneren der Sternkarte ist eine kleine Wunschliste. Die Jugendlichen können ankreuzen, ob sie gern einen Gutschein für einen Café-Besuch, fürs Kino oder für den Frisör, eine DVD oder ein Buch haben möchten. „Wir haben darauf geachtet, dass sich die Jugendlichen auch etwas Sinnvolles wünschen“, sagt Finn.
Die Sternkarte gaben die Jugendli­chen dann bei der Bürgerstiftung ab, die wiederum die Karten in den nächs­ten Wochen an die „Wohltäter“ ver­mittelt. Das Geschenk soll einen Wert von 30 Euro haben. Bis Montag, 19.
Dezember, können die Menschen dann die fertig gepackten Päckchen im Bürgerhaus abgeben. Wichtig ist, dass sie den Stern außen mit anbrin­gen, damit später die Päckchen rich­tig zugeordnet werden können.
Sollten sich nicht genug finden, die die Aktion „Sterntaler“ unterstützen, dann springt die Bürgerstiftung ein. „Jeder der Jugendlichen soll an Weih­nachten ein Päckchen bekommen“, unterstreicht Finn. Genaue Zahlen, wie viele Jugendliche im Landkreis tatsächlich unter Armut leiden, gibt es nicht. „Wir gehen davon aus, dass rund 100 Jugendliche eine Sternkarte abegeben“, so Finn.
mek

Neumarkter Nachrichten vom 01.12.2011 - S. L02